Mit DSL (Digital Subscriber Line) startet, zumindest für mich, das Internet Zeitalter so richtig durch. Modems waren für Audio- und Videoübertragung einfach zu langsam und selbst ISDN war nicht wirklich viel schneller. Die nach Zeit abgerechneten Tarife waren teuer und so blieb auch die mögliche Onlinezeit begrenzt. Mit der Einführung von DSL kamen Tarife nach Datenvolumen und auch bald Flatrates auf, mit denen man 24h am Tag online sein konnte, ohne arm dabei zu werden. Ein Megabit an Downstreamrate war gegenüber den 56 Kilobit Modems ebenfalls ein damals unglaublicher Geschwindigkeitssprung. Youtube wäre wohl nicht möglich, müsste man auf jedes Video ersteinmal zwei Tage warten bis man es sich ansehen kann.
DSL für Privathaushalte besteht in Deutschland vor allem aus ADSL Anschlüssen. Dieses Asynchrone DSL wurde für die vorhandenen Telefon Kupferleitungen entwickelt und beinhaltet unterschiedliche Datenraten für Sende- und Empfangsrichtung. Da ADSL andere Frequenzen nutzt, wird der Sprachkanal, im Gegensatz zu analogen Modems nicht belegt. Man kann also gleichzeitig DSL nutzen und Telefonieren. Daher wird auch ein Splitter benötigt, der die jeweiligen Freuqenzen voneinander trennt. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von DSL Techniken, die unterschiedliche maximale Bandbreiten ermöglichen.
Ein Nachteil der Technik ist die begrenzte Reichweite. Dabei spielt der Durchmesser der Leitung und die Länge eine Rolle. Je kleiner der Durchmesser und je größer die Länge, desto höher ist die Dämpfung der Leitung. Ebenfalls eine Rolle spielen die verwendeten Frequenzen. Je breitbandiger ein Signal ist, desto geringer ist die Reichweite. Gleiches gilt für die Frequenzen. Höhere Frequenzen bieten weniger Reichweite. Entsprechend problematisch kann es in ländlichen Gebieten werden, da die Entfernung zur Vermittlungsstelle 4 Kilometer nicht überschreiten sollte um noch hohe Übertragungsgeschwindigkeiten zu ermöglichen.
Die neuste Variante ist VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) und wird zur Zeit von der Telekom ausgebaut. bietet in der Version 1 bis zu 50Mbit/s und als VDSL 2 bis zu 100Mbit/s. Allerdings stellt die Technik auch hohe Anforderungen an die Leitung. Die Strecke bis zur Vermittlungsstelle sollte unter einem Kilometer bleiben. Entsprechend großflächig müssen Vermittlungsstellen verteilt sein. Dies wird mit so genannten Outdoor-DSLAMs gelöst. Dies sind Kästen, die aktive Elektronik enthalten und die Verbindung zwischen dem Kupferkabel des Endkunden und dem Glasfasernetz des Anbieters herstellen. Da dies recht aufwändig ist, werden vor allem Großstädte mit dieser Technik versorgt. Eine flächendeckende Versorgung ist daher nicht zu erwarten.
Ob noch höhere Geschwindigkeiten möglich sind bleibt abzuwarten. Zur Zeit ist es wohl wichtiger die Verfügbarkeit zu erhöhen. Für die Versorgung von ländlichen Gegenden wurden ja schon Frequenzen freigegeben, um diese Gebiete per Funk anzubinden.
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